Schlafapnoe - eine Definition des MDK

Schlafapnoe - eine Definition des MDK

Schlafapnoe - eine Definition des MDK
Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK ) hat eine Arbeitshilfe "Schlafbezogene Atemstörung zur sozialmedizinischen Begutachtung" entwickelt, in der auch die nachstehende Definition enthalten ist:

Gelegentliche Apnoen und Hypopnoen im Schlaf sowie zeitweiliges Schnarchen kommen bei den meisten Menschen vor und sind nicht bedenklich. Als pathologisch gilt ein Schlafapnoe-Syndrom, wenn innerhalb einer ausreichend langen Schlafphase pro Stunde durchschnittlich mindestens 10 Atemstillstände von 10 Sekunden Dauer oder mehr auftreten, häufig begleitet von einem Abfall der Sauerstoffsättigung von wenigstens 4 bis 5 Prozent. Auch eine geringere Anzahl von Apnoen kann jedoch eine therapeutische Intervention rechtfertigen, wenn die Zerstörung der Schlafarchitektur zu einer typischen psychophysischen Symptomatik führt. Sistiert die Atmung nicht, nimmt aber der Atemgasstrom um mehr als 50 Prozent ab, resultiert eine Hypopnoe. Fällt während der Apnoen bzw. Hypopnoen die arterielle Sauerstoffsättigung häufig und/oder erheblich unter der für hypoxisch-reologische Organschäden kritischen Grenze von 90 Prozent ab, muss ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko angenommen werden.

Schlafbezogene Atemstörungen können mit (obstruktives Schnarchen/obstruktive Apnoe) und ohne Obstruktion der oberen Atemwege vorkommen. Zu letzteren zählen die alvioläre Hypopventilation bei Ausdruck einer erschöpften Atempumpe bei muskoloskelettaren euromuskulären, zerebralen, pneumologischen und kardiovaskulären Erkrankungen sowie die zentrale Apnoe (fehlender Atemantrieb mit Sistierung der Zwerchfellatmung.)





Haben Sie bei diesen vielen Fachbegriffen alles verstanden?

Sicher nicht sofort alles, dieser Definitionshinweis soll auch behandelnde Ärzte auf ein Krankheitsbild aufmerksam machen, das häufig bei der Diagnose nicht beachtet wird. Vereinfacht ausgedrückt heißt dies:

Schlafapnoe bedeutet Atemstillstand im Schlaf. Die Sauerstoffversorgung verschlechtert sich. Der Schlaf ist leicht. Die Betroffenen werden immer wieder wach, machen einige Atemzüge und dann geht alles von vorne los: Atemstillstand, wach werden, atmen, weiterschlafen.

Weil immer wieder gefragt wird, welches die Anzeichen für eine obstruktive Schlafapnoe sind, veröffentlichen wir nachstehend einige Beispiele:

Starkes, unregelmäßiges Schnarchen mit mehr als 10 Atempausen pro Stunde und einer Dauer von mehr als 10 Sekunden (Anhaltswerte)
lautes Schnarchen, das zu Wachreaktionen führt
Unausgeschlafenheit, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Konzentrationsmangel am folgenden Tag
Schnarchen im Intervall, d.h. im normalen Schlaf treten plötzlich schnappende Schnarchtöne auf. Nach einer Atempause öffnet sich dann bei tiefer Einatmung der Nasen-Rachenraum mit einem "Schnarchton"
durch diese Weckreaktion wird der normale Schlafablauf mit Traum- und Tiefschlafphasen erheblich gestört
Konzentrationsschwäche und Leistungsminderung im Arbeitsleben und in der Freizeit;
ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Schlafzwang insbesondere bei monotonen Tätigkeiten (z.B. bei langen Autofahrten, bei Arbeiten am Schreibtisch, beim Lesen)
Probleme im Beruf, Familie und Freundeskreis zum Beispiel durch Antriebsarmut, Schwerfälligkeit, verminderte Einsatzbereitschaft und ständige Müdigkeit
Depressionen und Potenzstörungen
gesteigerte Reizbarkeit
unruhiger Schlaf, nächtliches Schwitzen und vermehrtes Wasserlassen



Liegen solche Symptome vor, suchen Sie bitte Ihren Hausarzt oder Facharzt auf und machen Sie ihn auf Ihren Verdacht einer möglichen Schlafapnoe-Erkrankung aufmerksam. In einem Schlaflabor kann dann festgestellt werden, ob eine Schlafapnoe-Erkrankung vorliegt.


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