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Luftnot beim Schlafen

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Jeder Mensch schnarcht ab und zu - Männer vor allem betroffen

Nicht selten leiden Frauen extrem unter den nächtlichen Schnarchattacken ihrer Männer. (Foto: MZ-Archiv)
Halle/MZ. Schnarchen nervt. Meistens ist es jedoch nicht der Schnarcher selbst, den die lauten Atemgeräusche stören, sondern der Partner, der neben dem Schnarcher verzweifelt versucht, selbst in den Schlaf zu kommen. Und das jede Nacht. Für so manche Beziehung ist das eine enorme und dauerhafte Belastung. Studien gehen davon aus, dass 19 bis 37 Prozent aller Menschen schnarchen. Mit zunehmendem Alter wird die Lage vor allem für Männer kritischer: Ab dem mittleren Alter sind rund 50 Prozent der Männer Schnarcher.

Doch was ist Schnarchen eigentlich? "Laute Atemgeräusche, die durch Vibration von Weichgewebe im oberen Atemtrakt entstehen", erklärt Dr. Kerstin Neumann, kommissarische Direktorin der HNO-Klinik des Uniklinikums Halle. In den meisten Fällen ist das unerwünschte Geräusch nur störend und für den Schnarcher harmlos. Aber: "Es gibt Schnarchen und es gibt schlafbezogene Atemstörungen. Das erste ist nicht schön, das zweite macht krank."

Denn neben dem normalen Schnarchen gibt es auch das obstruktive Schnarchen. Obstruktiv heißt verschließend. Es kommt also während des Schlafes zu einem Verschluss der Atemwege, die Atmung setzt aus. Dadurch entsteht ein Sauerstoffmangel im Blut, die Organe des Schnarchers werden nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Diesen Notstand behebt der menschliche Körper selbst: Das Gehirn veranlasst eine Weckreaktion. Denn der Betroffene muss wach werden, sonst würde er ersticken. Diese von Medizinern als "Arousals" bezeichneten Weckreaktionen, die auf die Atemstillstände folgen, können in schweren Fällen bis zu 600 Mal pro Nacht auftreten.

Ärzte bezeichnen diese Form der Schlafstörung als obstruktives Schlafapnoe-Syndrom. In Deutschland, so wird geschätzt, leiden acht Prozent der Bevölkerung, also rund sechs Millionen Menschen, darunter. Damit ist dies ähnlich weit verbreitet wie die Volkskrankheit Diabetes. Für die Betroffenen selbst ist jedoch das Folgenschwere dieser Schlafstörung nicht immer klar: Durch das permanente Aufwachen wird der Schlafrhythmus komplett gestört. Die erholsamen Tiefschlafphasen werden von diesen Schnarchern nicht mehr erreicht.

Die Folge? "Die Betroffenen sind tagsüber vollkommen erschöpft, sie können sich schlecht konzentrieren, sind oftmals gereizt und es besteht die gefährliche Neigung zum Sekundenschlaf", erklärt Dr. Stephan Knipping, Oberarzt an der HNO-Uniklinik. Die meisten Betroffenen gehen jedoch trotzdem nicht zum Arzt. In vielen Fällen ist es erst der Druck des unter der nächtlichen Störung leidenden Partners, der den Gang zum Arzt

veranlasst. "Aufklärung ist wichtig", sagt Dr. Stephan Knipping. Folgeerkrankungen sind nicht auszuschließen: Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall werden mit dem obstruktiven Schnarchen in Verbindung gebracht.

Doch wie wird überhaupt die Diagnose gestellt? Wie unterscheidet ein HNO-Arzt das gefährliche vom ungefährlichen Schnarchen? "Das Wichtigste ist zunächst die Anamnese, also das Patientengespräch", sagt Dr. Kerstin Neumann. Dabei helfen standardisierte Anamesebögen, mit denen unter anderem Schlafgewohnheiten, Lebensumstände, Genussmittelkonsum oder Medikamenteneinnahme abgefragt werden. Ebenso wichtig sind Fragen zur Tagesschläfrigkeit und das Auswerten eines vom Patienten geführten Schlafprotokolls.

Denn Ursachen für das obstruktive Schnarchen gibt es mehrere: Die meisten liegen im HNO-Bereich, ausgeschlossen sind aber keineswegs Ursachen psychischen Ursprungs, etwa Depressionen. Schnarchen kann aber auch durch Medikamente, Drogen, Alkohol oder Fettleibigkeit begünstigt sein.

Nach dem Patientengespräch folgt dann die klinische Untersuchung der Nase, des Rachens und Kehlkopfs sowie der Mundhöhle etwa im Hinblick auf Kieferstellung, Bissstellung oder Größe der Zunge. Bei diesen Untersuchungen kann ein HNO-Arzt zumeist schon herausfinden, an welcher Stelle und wodurch der Verschluss der Atemwege beim Schlafen entsteht. Vielfach wird dazu eine Endoskopie durchgeführt und der Schnarcher in einen künstlichen Schlaf versetzt. Das Endoskop wird dann durch die Nase eingefädelt, die Ärzte können - beginnt der Patient zu schnarchen - dann sehen, wo der Verschluss entsteht.

Eventuell kommt aber auch ein Aufenthalt im Schlaflabor in Frage. Dort werden während einer ganzen Nacht die Sauerstoffsättigung des Blutes gemessen, die Herzfrequenz und Atmung aufgezeichnet, Schnarchgeräusche und Schlafstadien verfolgt. Es gibt aber sogar Miniaturgeräte für zu Hause, die ähnlich präzise Aussagen über den Schlafverlauf des Patienten machen können.
(Quelle: Manuela Bank)

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