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Schlafapnoe und Maske
Seit einiger Zeit versuche ich mich beim schlafen an eine Maske zu gewöhnen.
Ja, ich geb’s zu. Wir schlafen seit einigen Jahren getrennt. Nicht weil wir uns nicht liebhaben, sondern weil wir beide auch mal durchschlafen wollen. Ich schnarche anscheinend so laut das daß uns beide wach hält. Außerdem habe ich Aussetzer, meinte meine Frau schon seit längerem. Im Fernsehen hatte ich gehört das solche Aussetzer ungesund sind. Zudem war ich immer öfter einfach nur Müde und Unausgeschlafen. Das ging so weit das ich schon morgens auf dem Weg zur Arbeit auf der Autobahn bei 140 Kmh eingenickt bin und von de Bahn abkam......Zum Glück ohne schlimme Folgen. Mein Schutzengel ist wohl von der schnellen Truppe!
Irgendwann habe ich mich dann dazu durchgerungen meinen Hausarzt zu consultieren. Der schickte mich zum Lungenarzt für weitere Untersuchungen. Der konnte aber keine wirklichen körperlichen Abweichungen finden, mal abgesehen von gute 20 Kilo Übergewicht. Ich wurde auf seine Liste eingetragen damit ich ein Messgerät mit nach Hause bekommen konnte, sobald eins frei war.
Etwa zwei Monate später (!) bekam ich die Einladung um das Gerät abzuholen und mich einweisen zu lassen. Das Gerät sollte die Bewegungen von Bauch und Brust messen und gleichzeitig den Sauerstoffgehalt im Blut und in der ausgeatmete Luft und die Herzfrequenz. Dazu mussten natürlich viele Kabel am Körper befestigt werden und eine kleiner Schlauch kam in die Nase. Sah ziemlich blöd aus und war auch lästig. Bin aber trotzdem gut eingeschlafen.
Am nächsten Morgen das Gerät wieder abgegeben. Die Werte würde ich über den Arzt bekommen. Aber anscheinend war die Messung nicht volständig. Passiert wohl bei 10 prozent. Also noch mal vom vorne. Warten bis ein Gerät frei war, abholen, messen, zurückbringen und warten.
Endlich kam der Termin beim Lungenarzt.
„Sie leiden an ein ernsthaftes Obstruktives Schlaf Apnoe Syndrom (OSAS)“, meinte er.
„Bitte was?“
„Schlafapnoe, Sie atmen nicht richtig sondern machen Atempausen. Genau genommen mehr als sechzig Pausen pro Stunde. Eine Pause zählt erst wenn sie mindestens 10 sekunden dauert. Das ist so, als ob sie jede Minute einmal den Atem längere Zeit einhalten. Sie bekommen so zu wenig Sauerstoff. Das erklärt warum sie nicht Ausgeschlafen sind und ständig Müde.“
„Aha, das erklärt einiges.“
„Ihre Brust und der Bauch bewegen sich allerdings ganz normal im richtigen Atemrithmus. Sobald sie einschlafen erschlaffen aber alle Muskeln, auch im Hals, und verschließen die Atemröhre. Sie atmen zwar weiter aber es kommt nichts durch, bis der Mangel an Sauerstoff das Notprogramm startet und sie mit einem tiefen Zug wieder einatmen. Sie gelangen dadurch aber nicht in den erholsamen Tiefschlaf.“
„Ja, jetzt wo Sie das so sagen kommt mir einiges bekannt vor. Was kann mann da machen?“
„Da können wir es mit einer Pumpe versuchen. Über eine Nasenmaske pumpt die mit etwas Überdruck Zimmerluft in die Lungen. Der Überdruck sorgt dafür das das Gewebe nicht wieder zusammen sackt und die Luftröhre nicht mehr verschließen kann. Aber Abnehmen hilft natürlich auch etwas.....“
Tja, und so bin ich zu dieser Pumpe gekommen. Nennt sich CPAP (continuous positive airway pressure). Die Maske stört ziemlich und ich muß sie ordentlich festziehen damit es an den Seiten keinen Luftzug gibt. Aber jedesmal wenn mann sich im Bett bewegt verschiebt sich die Maske ein wenig und der Palaver geht von vorne los. Ich kämpfe jetzt seit zwei Monaten mit dem Ding. Letzte Nacht habe ich sie sogar bis zum Aufstehen getragen. Das klappt aber nur manchmal. Meistens werde ich irgendwann wach und habe dann nicht die Ruhe um lange mit der Maske hin und her zu schieben bis sie wieder korrekt sitzt. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Irgendwann gewöhnt man sich ja an alles.
Bringen tut es auf jeden Fall eine ganze Menge. Wenn ich die Maske beim schlafen mehrere Stunden getragen habe, bin ich morgens wesentlich erholter und tagsüber viel fitter. Letztens habe ich wegen einer Erkältung die Maske eine Woche lang nicht ertragen können (sie bläßt ja mit Druck in die verstoppfte Nase). Das habe ich sofort gemerkt. Die wieder gefundene Energie war auf Anhieb weg.
Ewig möchte ich das Ding aber nicht ertragen müßen. Also habe ich jetzt auch die andere Lösung in Angriff genommen. Ich mache Diät (mal mehr mal weniger). Es geht langsam aber wie ich hoffe dauerhaft. 3 Kilo sind schon runter. Noch zwanzig und wir sind am Ziel.....
PS. Entschuldigt die vielen Rechtschreibfehler. Bin eben ein Niederländer.
Antworten:
| 07.11.07 | 11:42 Uhr
RE: Vom Schnarchen und Schlafapnoe
Hallo,
ich, Udo, lebe schon seit 1994 mit der "Maske", heißt bei uns "Nasenkuschelkissen" und mit dem "Beatmungsgerät" heißt bei uns "Püsterchen".
Mein Schlafzimmer ist doch keine Intensivstation, lächel, darum die anderen Begriffe.
Ich wünsche Dir und allen anderen den Erfolg, den ich auch habe.
Udo Bertram
Schlafapnoe e. V.
Deutschlands Patientenorganisation Schlaf
| 06.11.07 | 19:32 Uhr
RE: Vom Schnarchen und Schlafapnoe
Hallo Nachbar,
an die Maske musst du dich wohl für immer gewöhnen müssen.
Als Betroffener kann man froh sein, dass es solch eine Therapiemaßnahme gibt, sonst würde die Lebenserwartung im Durchschnitt bei ca. 56 Jahren liegen. Herzinfarkt und Schlaganfall sind die Folge, wenn die Therapie nicht rechtszeitig eingeleitet wird.
Abnehmen ist meist auch keine Lösung des Problems und senkt meist nur die Druckeinstellung. Aber ein paar Kilo weniger ist bestimmt nicht verkehrt.
Schade, manche Frauen mögen es neben einem Kampfbomberpiloten mit Sauerstoffmaske zu liegen.
Gruß
| 06.11.07 | 18:16 Uhr
RE: Vom Schnarchen und Schlafapnoe
Hallo Niederländer,
mit diesem Problem bist du nicht allein, die Masken sitzen nur bei völliger Ruhestellung gut. Überprüfe bitte die Größe der Maske, eventuell geht es mit S besser. Bartträger kommen eventuell mit einer Full-Face-Maske besser klar und wenn das auch nicht hilft, lasse dir eine individuelle Maske anpassen. Das ist wirklicher Komfort, die haben diesen drückenden Rahmen nicht und sind viel angenehmer.
Viel Glück und guten Schlaf,
| 06.11.07 | 16:31 Uhr
RE: Vom Schnarchen und Schlafapnoe
So eine Maske bräuchte mein Mann auch mal, dann könnte ich auch endlich mal wieder durchschlafen. Aber der Schnarcher leidet ja schließlich auch, wenn er soviele Aussetzer hat.
Nur schnarchende Grüße, wenn ich mit Schnupfen zu kämpfen habe ... aber dann rennen alle :))
| 06.11.07 | 15:42 Uhr
RE: Vom Schnarchen und Schlafapnoe
Willkommen im Club der kontrollierten Schnarcher. Ich hatte mein Schlüsselerlebnis im bezug auf Sekundenschlaf 2004 auf Kreta. Ich fand mich plötzlich im Gegenverkehr wieder und nur der Geistesgegenwart meiner Frau ist es zu verdanken, dass es nicht zum Zusammenstoß gekommen ist. Danach war Autofahren erst mal abgesagt.
Der Termin im Schlaflabor ging dann sehr schnell: 85 Aussetzer in der Stunde.
Nun schlaf ich mit "Maske" und bin bei 6 Aussetzer pro Stunde angelangt.
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